Veloreise 2017

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26 Mai: Dobele

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Reiseberichte

Polen Teil 2 und Litauen

Laba denia!

Inzwischen sind wir bereits in Litauen, die Zeit vergeht schnell!

Aber von vorne: Zuletzt haben wir Euch einen Bericht aus dem Urwald versprochen. Der weite Weg bis nach Bialowieza hat sich wirklich gelohnt. Seit 1921 steht dieses letzte Stück Urwald in Europa unter Schutz und es darf nur in Begleitung mit einem Guide betreten werden. Im Gegensatz zu unseren aufgeräumten Wäldern bleiben die Bäume hier liegen, wenn sie sterben. Auch sterben viele Bäume im Stehen, und fallen teils erst Jahrzehnte später um. Ein Baum braucht 40 - 100 Jahre, bis er Humus ist, in der Zwischenzeit leben hunderte Insekten- und Pilzarten in und auf dem Baum. Dadurch hat es hier auch viel mehr Vögel als anderswo, z.B. 10 verschieden Spechtarten. Auch gibt es hier so richtig alte, noch lebende Bäume, wovon uns jeder einzelne von unserem fast ebenso alten Guide gezeigt wurde. Hier stehen Eichen, die sind ca. 450 Jahre alt, die haben schon den Königen und Zaren beim Jagen zugeschaut…

Die Wölfe und Bisons haben wir leider nur im “Reservat”, einem kleinen Zoo im Park, gesehen. Dafür ist auf der Weiterfahrt ein Elch in aller Ruhe über die Strasse gelaufen, ein tolles Erlebnis!

In Bialystok durften wir via Warm Showers bei einer Familie übernachten. Bialystok wurde im 2. Weltkrieg total zerstört, die Altstadt aber wieder restauriert. Im Gegensatz zu den Häusern können aber die vielen Menschen, die getötet wurden, nicht wieder zurück gebracht werden. Vor dem ersten Weltkrieg lebten 50% Juden in Bialystok, jetzt keine mehr. Entsprechend haben sich die Juden hier auch gewehrt, erfolglos.

Von Bialystok haben wir dann ein bisschen mit dem Zug abgekürzt und sind nach Augustov, ein weiteres Ferienparadies mit viel Wald und Seen. Die Karte hat eine schöne Strecke versprochen, leider war es eher eine Tortur. Die Wege durch den Wald waren sandig und nicht wie erhofft am Ufer entlang, so dass wir die schöne Landschaft kaum sehen konnten. Am Ende des langen Tages dann doch noch ein Highlight, wir haben einen schwarzen Storch gesehen! Während im Sommer ca. 40'000 - 60'000 weisse Störche in Polen sind, gibt es von den schwarzen Störchen nur etwa 1000.

Am nächsten Tag hiess es dann auch schon die letzten Slotis ausgeben (Was bei den niedrigen Preisen für Lebensmittel etc. nicht einfach ist), denn wir haben bereits die Litauische Grenze erreicht! Hier hinten ist das Land auch wieder hügliger, die Strasse geht auf und ab.

Ein grosser Unterschied zu Polen fällt uns sofort auf, es gibt viel mehr Schilder. Für uns interessant, alle Unterkünfte werden an der Hauptstrasse ausgeschildert, was uns das Suchen doch stark erleichtert. So sind wir dann in einem guten Hotel mit leckerem Essen gelandet, für 44 Euro das Zimmer inkl. Frühstück. Angelas persönliches Highlight war das “Honigbier”, eine Art Met aber gebraut wie Bier mit etwas Hopfen, das zum Abendessen ausgeschenkt wurde.

Die erste touristische Station in Litauen war dann Trakai, eine kleine Stadt auf einer Halbinsel, umgeben von schönen Seen und mit einer wieder aufgebauten Burg. Die Burg haben wir uns nur kurz angesehen, dafür haben wir uns über ein kleines Türkenvolk, die Karäer, informiert, die im 14. Jahrhundert zusammen mit dem Fürst, der die Burg gebaut hat, nach Trakai kamen. Auffällig war, dass es keinerlei Gegenstände aus der Zeit zwischen 1930 und 1990 gab, erst nach der Unabhängigkeit Litauens wurde die Gemeinde wieder aktiv. Sie haben sich jedoch die Sprache und Religion erhalten. Ihre traditionelle Küche hat uns jedenfalls geschmeckt und war eine willkommene Abwechslung.

Von Trakai haben wir dann den Zug nach Vilnius, die Hauptstadt von Litauen, genommen, um die stark befahrenen Strassen zwischen den Städten zu umgehen.

Was für ein Wochenende in Vilnius!

Vilnius ist voller Gegensätze und hier wird bewusst, dass das Land noch im Aufbau ist. Die Altstadt, wo sich die meisten Touristen bewegen, ist in einem guten Zustand, viele Häuser sind restauriert mit vielen Restaurants und Bars. Das Gebiet darum herum zeigt aber die Schäden, die die sowjetische Okkupation angerichtet hat. Die Häuser und Strassen sind in einem schlechten Zustand, es sieht alles etwas schäbig aus aber es funktioniert alles und die Einwohner scheinen alle so weit zufrieden zu sein (Und zeigen gerne, dass sie die neuesten Modetrends kennen).

Wir sind am Freitag Nachmittag in Vilnius in der Jugendherberge angekommen und haben uns informiert was denn so läuft. Schnell wurde klar, dass wir ein voll bepacktes Wochenende erwischt haben. Es ging los am Freitag mit einem Kurzfilmfestival (am Mittag aber noch schnell ins Eisenbahnmuseum) das um 19 Uhr begann und bis ca. 2 Uhr haben wir durchgehalten (auf dem Programm standen immer noch etwa fünf Filme). Darunter waren nette Geschichten mit guten Schauspielern und auch nachdenkliche Filme wie ein persönliches Erlebnis in Israel und dem West Jordan Land oder eine lange Dokumentation über die Ukraine begonnen bei den Majdan Protesten, über das Abspaltungsreferendum in der Ostukraine bis hin zum Bürgerkrieg. Die Dokumentation hat mehrere Personen über ca. vier Jahre begleitet und zeigt wie zerrissen das Land derzeit ist. Zitat: “Alle wollen das Gleiche; Friede, Entwicklungsmöglichkeiten, Selbstbestimmung. Aber sie wollen es auf völlig unterschiedlichem Weg erreichen”.

Am Samstag Nachmittag ging es dann weiter mit dem Festival der Strassenmusikanten, was sich auch schon am Freitag bemerkbar machte. In der ganzen Altstadt waren Musiker und Bands am spielen. Es war ein sehr warmer sonniger Tag und es waren entsprechend auch viele Zuhörer unterwegs.

Am Samstag Abend ging es dann weiter mit der langen Nacht der Museen. Diese kannten wir schon aus der Schweiz und haben uns gefreut, so in ein paar Museen hineinzusehen, bei denen wir unsicher waren, ob sich der Besuch für uns lohnt. Der Andrang war riesig und die Museumsnacht ist hier genauso ein voller Erfolg wie in der Schweiz. Das Highlight für uns war der Palace of the Grand Dukes of Lithuania. In den oberen Stockwerken kann man die original Zimmer des Fürsten von Litauen besichtigen. Was uns nicht so interessiert hatte und wir darum ohne Museumsnacht nicht hingegangen wären. Im Untergeschoss aber werden die archäologischen Ausgrabungen der alten Gebäude aus dem 16. Jh. und der vorgänger Burgen aus dem 13 Jh. präsentiert. Das ganze ist sehr Aufwändig gestaltet und es gibt sehr viele erhaltene Gegenstände aus dieser Zeit. Nicht nur Münzen und Tonscherben wie sonst sondern auch Wagenräder aus dem 14 Jh., Lederhandschuhe aus dem 16. Jh. und vieles mehr. Am spannendsten daran war aber, dass sie diese archäologischen Fundstücke dazu nutzen, die Geschichte von Litauen mit vielen Begleittexten zu erzählen.

Am Sonntag Nachmittag haben wir uns dann Zeit genommen für das Museum im ehemaligen KGB Hauptquartier. Zu sehen ist auch der Gefängnisteil im Keller dieses Gebäudes. Thema ist die Unterdrückung, Verschleppung und Ermordung von ca. 600'000 Menschen durch die Nazis und die Sowjets.

Am Abend sind wir dann noch an ein gutes Konzert von Sinage mit anschliessendem DJ Set von No(Spin), beide aus Vilnius. Im Gespräch im Anschluss hat sich dann herausgestellt, dass Sinage sein Album an diesem Abend das erste mal als Live Performance präsentiert hat.

Nach so einem Wochenende brauchen auch wir einmal etwas Ruhe und sind darum (schon wieder) mit dem Zug an die Ostsee, nach Klaipeda gefahren.

Polen Teil 1

Dzień Dobre

Wir sind nun seit zwei Wochen in Polen unterwegs und sind jetzt mehr als 1000 km Unterwegs. Wir sind jetzt auch merklich fitter als am Anfang, wir sind jetzt schon mehrere Etappen mit über 100 km am Tag gefahren.

Als erstes ist uns aufgefallen, dass man einen Unterschied riechen kann, denn in Polen wird relativ oft noch mit Steinkohle geheizt. Das liegt daran, dass Polen eigene Steinkohleminen hat. Diese werden der Arbeitsplätze willen auch immer noch von der Politik unterstützt. Nach einigen Tagen in Polen ist uns auch aufgefallen, dass die Polen unglaublich gerne Rasen mähen. In jedem Dorf ist zu jeder Uhrzeit irgendwer am Mähen, mit teils uralten Ungetümen und immer von Hand (nichts mit Robotern). Auch die Häuser sind oft bunt bemalt und oft gut in Schuss. Da sieht man auch schnell, wer Geld hat und dies zeigen möchte und wer nicht.

Was auch ziemlich schnell auffällt, sind die sehr vielen Statuen von Johannes Paul II, der ja aus Polen stammte. Diese Statuen gebe es im ganzen Land und nicht nur im Süden wo sein Geburtsort, Wadowice, liegt. Dort sind wir nicht durchgefahren sondern etwas östlich nach Kalvaria Zebrzydowska. Wie der Name andeutet ist dort ein Kalvarienberg, eine Anordnung von 40 Kapellen, die die Lebenstationen von Jesus und Maria symbolisieren. In der Slowakei in Banska Stiavniza haben wir schon mal etwas ähnliches gesehen, hier sind es aber noch mehr Kapellen und der breite der Wege nach auch viel mehr Pilgerer die an den hohen Festtagen hier zusammen kommen.

Wir haben es auch gleich am ersten Abend geschafft, das bisher teuerste Hotel in Polen zu finden. In dieser Ortschaft gab es sonst nicht viel Auswahl und das üppige Frühstücksbuffet war es wert, das einmal zu sehen. Das war ein Polnisches Frühstück wie es in unserem Reiseführer angekündet war: Schwer, viele verschiedene Arten von Fleisch und Eiern, Pasteten, Käse, Brot…

Dann ging es weiter nach Krakow. Auf dem Weg dorthin durften wir lernen, dass der 3. Mai der Nationalfeiertag in Polen ist. In Skawina sind wir pünktlich zu einem Umzug durch die Stadt gekommen. Da sind sogar die Polizisten festlich gekleidet, die den Verkehr für den Umzug aufhalten.

Der Nationalfeiertag machte die Suche nach einer Unterkunft ziemlich schwierg, aber wir konnten dann doch noch einen Warm-Showers erreichen, der sein WG Zimmer mit uns teilte. Am Ende für vier Nächte.

Nelson half uns in Krakow auch dabei, das Velo von Christoph reparieren zu lassen. Die Felge vom hinteren Rad gab den Geist auf (Schon zwei Tage bevor wir in Polen waren). Eine Notreperatur half, bis wir einen Veloladen fanden, der ein Ersatzrad an Lager hatte.

Mit Nelson hatten wir viele gute Gespräche über die Geschichte Polens, Politik, Mathematik (da er Mathematiker ist) und bekamen natürlich viele gute Tipps fürs Velofahren in Polen. Am Samstag hat er uns dann eine ausgiebige Stadtführung gegeben und uns noch viel mehr über die verschiedenen Könige und Kriege erzählt die Polen und Krakow beinflusst haben.

Ein Grund für den Reichtum von Krakow sind die Steinsalz Minen in der Umgebung. Eine davon haben wir auch besucht. Beeindruckend waren die verschiedenen Holzkonstruktionen darin und die Kapellen die innerhalb der Mine gebaut wurden.

In Krakow haben wir auch den lokalen Hackerspace besucht, der fast gleichalt ist, wie unser Ruum42 in St. Gallen, nämlich gegründet im Oktober 2012. Das lustige ist, dass er auch fast gleich gross ist und etwa gleich viele Mitglieder zählt.

Nach Krakow ging es dann weiter in Nord-Östlicher Richtung. Dabei kamen wir durch eine Region die uns sehr stark an den Thurgau erinnert hat: Es gab keine direkte Strasse von einem Ort zum anderen, dafür ganz viele Strassen. Und es hatte blühende Öpfelbäume so weit das Auge reichte.

In der schönen Mittelalterstadt Sandomierz sind wir das erste Mal auf den “Green Velo” Veloweg gestossen. Wir hatten schon vor der Abreise davon gelesen und versucht mehr Informationen dazu zu finden. Was sich aber als schwierig herausstellte. Im lokalen Tourist Office wurden wir so dann mit gutem Kartenmaterial ausgerüstet. Auch die Beschilderung vom “Green Velo” ist vorzüglich und steht Schweizer Velorouten in nichts nach. Sehr positiv überrascht waren wir über die Pausenstationen die entlang der Route vorhanden sind. Ausgerüstet mit überdecktem Tisch, Veloständern, Recycling-Station und Routeninformation. Seither haben wir schon zig Kilometer auf diesem Veloweg nach Norden gemacht. Wir kommen so auch schneller vorwärts, weil wir nicht die ganze Zeit auf der Karte den Weg nachsehen müssen.

Christoph wurde schon vorgewarnt, aber das ganze Ausmass wurde erst jetzt deutlich: Polen besteht aus Sand. Wesentlich früher als gedacht sind wir auf die ersten Strassen gestossen, die nur aus losem Sand bestehen. Ohne sonstigen Belag oder Kies sinken unsere schweren Velo da einfach ein und es hilft nur noch schieben. Es ist trotz den verschiedenen Karten die wir nutzen schwierig, zuverlässig herauszufinden ob eine bestimmte Nebenstrasse aus Sand besteht oder nicht…

Zum Glück hat es hier im äussersten Osten (wir sind an der ukrainischen und weissrussischen Grenze unterwegs) so gering, dass wir problemlos auf den Hauptstrassen fahren können. Das Gelände ist jetzt fast flach, viel Wald und kleine Dörfer, was das finden einer Unterkunft teils schwierig gestaltet. So sind wir letzte Nacht bei einer Familie untergekommen, die dann plötzlich doppelt so viel für ihr Zimmer wollte, als sonst üblich hier in der Region. Insgesamt sind die Unterkünfte sehr günstig, sauber und einfach aber anständig.

Morgen kommen wir endlich zu den letzten Urwäldern Europas, im Reservat Bialoweski Nationalpark. Hier gibt es auch noch Bisonherden, wir sind sehr gespannt.

Slowakei

Ahoj und dobry!

Die Reise hat jetzt so richtig begonnen, wir sind unterwegs und schon fast wieder an der polnischen Grenze.

So zur Info vorne Weg, das Wetter ist uns bis jetzt mehr oder weniger hold geblieben. Kein Schnee, fast kein Regen ;-) Das scheint in der Schweiz ja nicht der Fall zu sein, uns erreichen Nachrichten von 20 cm Schnee in Walzenhausen…

Aber von vorne:
Aus Wien raus fahren war ein Abenteuer, wir mussten 5 mal den Marathon queren. Im Nachhinein hätten wir besser den Zug genommen… Danach sind wir aber bei Sonnenschein und starkem Rückenwind bis fast nach Bratislava geflogen. In Hainburg, einem kleinen Ort mit altem Dorfkern und Stadtmauer haben wir dann übernachtet, so dass wir am nächsten Tag nur noch eine kurze Strecke bis Bratislava hatten.

Marek von Warmshowers hat uns in Bratislava eine Nacht aufgenommen, und uns die schöne Stadt mit Burg, Altstadt und Stadtmauer gezeigt.

Am nächsten Tag sind wir dann aber schon weiter, da bald schlechtes Wetter angesagt war und wir die schönen Tage lieber auf dem Rad als im Museum verbringen wollten.

Nach Bratislava sind wir Richtung Banska Stiavnica weiter, in die kleine Tatra, also in die Hügel. Je weiter weg von Bratislava, desto weniger Verkehr hatte es. Das Land hier ist sehr von der Landwirtschaft geprägt, Rapsfelder und blühende Apfelbäume, wohin das Auge reicht. Die Felder sind hier grösser als bei uns, gehören aber hunderten von Eigentümern, die das Land in einer Genossenschaft bestellen.

Wir konnten unterwegs bei Juraj und seiner Familie übernachten, und durften slowakische Gastfreundschaft erleben. Nicht nur wurden wir mit Abendessen, Kuchen und Frühstück verwöhnt, wir haben auch noch Radieschen aus dem Garten und Kekse mit auf den Weg bekommen. Die Osterkekse waren wunderschön dekoriert, leider haben wir sie gegessen, bevor wir auf die Idee kamen, ein Foto zu machen…

Von Juraj war es noch ein anstrengender Tag bis Banska Stiavnica hoch, durch Wälder und kleine Dörfer (Mittagsmenu für 3.50€ ist hier üblich), bis auf 750 m ü M. Das Wetterglück war auf unserer Seite, es war den ganzen Tag bewölkt und kaum waren wir im Hotel angekommen, hat es angefangen zu regnen und 24 h nicht mehr aufgehört.

Mit dem Hotel hatten wir Glück, ein wunderschön renoviertes 400 jahre altes Krankenhaus, passend zum Ort, der zum Unesco Welterbe zählt. Den Regentag haben wir denn auch genutzt, um uns den Bergbauort anzuschauen, wo Gold, Silber und Eisenerz geschürft wurde. Heutzutage gibt es noch eine Goldmine, die jeden Tag 2 kg Gold aus dem Berg holt. Auch interessant war die Entdeckung, dass in Banska Stiavnica 1763 (!) eine der ältesten technischen Universitäten Europas mit Schwerpunkt Bergbau gegründet wurde, damals noch ungarisch. Mit der Gründung der Tschechoslowakei ist die Universität jedoch nach Ungarn umgezogen.

Die letzten zwei Tage sind wir weiter Richtung Polen unterwegs. Es ist noch immer kalt, 12 °C im Schatten, aber sonnig. Inzwischen fahren wir schon an die 60 - 70 km pro Tag, was angesichts der hügeligen Landschaft und Umwegen über Berggebiete wegen Bauarbeiten (noch schnell mal auf 850 m hoch) gar nicht so schlecht ist. Gestern haben wir in einem Kurort mit Thermalquelle übernachtet. Das Bad im heissen Wasser nach dem anstrengenden Tag war herrlich.

Die Verständigung hier in der Slowakei ist erstaunlich einfach, obwohl wir nur 7 Worte können: Guten Tag, Auf Wiedersehen, bitte, danke, Tee und Kaffee und natürlich Bier. Viele Menschen hier können deutsch, die jüngere Generation auch englisch und sonst sind sie recht gut mit Händen und Füssen ;-)

Auch einkaufen kann man in jedem Kaff (und von denen hat es sehr viele, so alle 5 km etwa), sogar am Sonntag und bis Abends um 9.

So, das wars zu den letzten Tagen. Morgen ist der 1. Mai, ein grosser Feiertag hier.

Abreise und Wien

Servus und grüssgott ihr lieben Daheimgebliebenen,

Jetzt ist es so weit, wir sind unterwegs!

Zuerst möchten wir uns bei allen, die uns in den letzten Tagen und Wochen unterstützt haben und uns gute Wünsche mit auf den Weg gegeben haben, herzlichst bedanken. Alleine hätten wir das nie geschafft! Und die Austrinkete war ein grossartiges Fest, das uns die Abreise doppelt so schwer gemacht hat.

Am Donnerstag sind wir endlich voll bepackt und wohlauf in Wien angekommen und haben uns bei Samuel von Warmshowers einquartieren dürfen. Samuel wohnt in einer gemütlichen WG am Yppenplatz, in einem Quartier das ziemlich in geworden ist und nahe beim Zentrum ist.

Am Freitag sind wir dann bei Sonnenschein durch die Innenstadt geschlendert (wow, hat es hier viele Touris!) und haben am Abend bei einer Velodemo teilgenommen (critical mass). Dabei geht es darum zu zeigen, dass es auch andere Verkehrsteilnehmer gibt, als die Autos… Dabei sind wir 2.5 h quer durch Wien gefahren, so eine Art alternatives Sightseeing mit Überraschungseffekt. Die Polizei war auch mit dabei, auf Velos, Motorrädern und ein Auto vorne weg, das aber eher langsam gefahren ist.

Heute hat uns Heinz, ein Wikipedianer von Wien sein Quartier um den Taborplatz gezeigt und die Geschichte erklärt. Auch hat er ein bischen erzählt, wie Veränderungen wie z.B. die Verbreiterung der Donau zum Hochwasserausgleich das Leben der Wiener massgeblich beeinflusst hat, da sie dadurch zu 60 km Strand gekommen sind. Offenbar gibt es in Wien auch 10 unterscheidbare Dialekte, die wir aber selten zu hören bekommen, weil alle Österreicher “Hochdeutsch” mit uns sprechen. Danach waren wir im Museumsquartier, haben uns eine Ausstellung zum Thema “Gefühle in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft” angeschaut und natürlich einen Abstecher zu den Comics zum Thema Ruhestand gemacht.

Morgen geht es nun weiter Richtung Bratislava, hoffentlich nicht zu nass und mit Rückenwind (die Wettervorhersage verspricht viel).

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